DAS BERGWERK ‚MINIERA GESSOLUNGO‘
Das Bergwerk von Gessolungo aus dem sogenannten “großen Omega” der Schwefelvorkommen im Becken von Caltanissetta, das zwischen den Bergen von San Giuliano, Sabucina und Capodarso verläuft (und das an ein Omega erinnert), befindet sich auf dem höchsten Punkt und gehört zu den ältesten Minen, so dass auf der Nordseite noch Löcher im sogenannten 'briscale' (oxidierter Schwefel, der an die Oberfläche kommt) sichtbar sind, die auf den Beginn des 18. Jahrhunderts datierbar sind. Die Tätigkeit der Schwefelmine beginnt 1839 (und soll 1986 enden) und hat einen traurigen Bekanntheitsgrad wegen der Tragödien, bei der viele Minenarbeiter in ihrem Inneren mit dem Leben bezahlten. Eine der schwerwiegendsten Unglücksfälle der sizilianischen Schwefelbergwerke passiert tatsächlich in Gessolungo im Jahr 1881, als Grubengas explodiert, während 250 Kumpel gerade in den Untergrund gehen: 65 Männer sollen das Sonnenlicht nicht mehr mit eigenen Augen schauen, darunter 19 sogenannte “carusi” (Kinder zwischen 8 und 14 Jahren). 9 von ihnen konnten nicht identifiziert werden, während 35 weitere Männer schwer verletzt wurden. Die Bevölkerung ist derart erschüttert als zwanzig Tage nach dem Unglück die Körper von 55 armen Opfern geborgen werden, dass sie in der Nähe der Schwefelmine einen Friedhof bauen, der kürzlich saniert wurde und als der “Cimitero dei carusi”, der Friedhof der Jungs, bekannt ist. Er erinnert an die vielen Bergwerksopfer der vergangenen Jahrhunderte. Die geisterhafte Schwefelmine von Gessolungo zeigt heute überirdisch die wesentlichen Gebäude. Besonders wichtige Zeugnisse sind hierbei die Grube des Namens 'Fiocchi' (Fördergerüst, mit Käfigen und Zubehör, Winde, sowie die angeschlossene Anlage für die Zerstörung der Füllmasse) und der Rücklaufstollen 'Maurelli'. Allerdings verbleibt nicht einmal ein Zugang zum Untergrund, weil 1990 alle Eingänge für immer geschlossen wurden.






















